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Ursprüngliche Entwicklung der Haflinger

Über die Entwicklung der Haflingerrasse in seiner Entstehungsgeschichte hat Dagmar Westhofen einen ausführlichen Bericht geschrieben den sie mir Freundlicherweise überlassen hat, und den ich hier wiedergeben möchte!

Quellennachweis:

  • Haflinger auf der AlmHaflinger auf der Alm
  1. Haflinger, ein Pferd erobert die Herzen der Völker. O. Schweisgut, 1965
  2. Die Entstehung der Haflingerrasse in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Friedrich Claus Rigele, Salzburg
  3. Stammbuch der Haflinger-Pferderasse, Claudia Nocker (Übersetzung der Originalausgabe: Libero delle origini della razza Avelignes in Italia, Dr. Pietro De Paoli, 1931)
  4. Der Original Haflinger und sein Ursprungszuchtgebiet, Folio Verlag, Südtiroler Haflingerpferdezuchtverband, 1995

Ursprungsland und damit unumstritten die Wiege der Haflingerrasse ist die Provinz Südtirol, südlich des Alpenhauptkammes gelegen. Dort bestand laut verschiedener, anerkannter Hippologen bereits seit dem späten Mittelalter eine kleine, orientalisch beeinflusste Gebirgspferderasse.

(1) „ Eine kartographische Tafel, die in jener Zeit angelegt worden war, zeigte, das nördlich der Alpen das Norikerpferd aufschien, während südlich der Alpen ein leichter, dem orientalischen Pferd nahe stehender Reitpferde- und Wagenpferdeschlag beheimatet war. Das haben viele österreichische Hippologen, u.a. Gaßebner, wohl einer der besten Kenner der österreichischen Pferdezuchtverhältnisse, bestätigt. Daraus ist aber gleichzeitig zu schließen, dass der Haflinger in seiner Entstehungszeit vor allem vom orientalischen Pferd und nicht von dem nördlich der Alpen lebenden Kaltblutpferd beeinflusst worden ist. Nach Meinung dieser Hippologen scheint also der orientalische Typus der primäre in dieser Gegend gewesen zu sein. (Zitat Ende)"

Durch die Veränderung der wirtschaftlichen Voraussetzungen wie der stetige Ausbau der Verkehrswege verlor dieses Gebirgspferd als Saum- und Reisepferd ab der Mitte des 19-zehnten Jahrhunderts zunehmend an Bedeutung. Für den schweren Zug auf ausgebauten Strassen war dieser Pferdeschlag nicht mehr geeignet (zu leicht), deshalb wurden immer mehr Gebrauchskreuzungen mit Kaltblütern üblich. Entscheidender Impuls zur Förderung der „Gebirgspferdezucht“ – wenn auch die Gründung einer NEUEN RASSE NICHT planend – war die K & K Monarchie und das damalige Kriegsministerium, welches brauchbare Tragpferde für militärische Zwecke im unwegsamen Gelände des Gebirges suchte. Aus diesem Anlass erfolgte eine offizielle Durchmusterung des Südtiroler Gebirgspferdebestandes durch eine Kommission von Fachleuten, mit offensichtlich nicht befriedigendem Ergebnis.

Zitat Erich Messner, Südtirol: „ Diese Fachkommission kam zu der Auffassung, die Landespferdezucht weiter mit Arabern und Halbblutarabern zu verbessern und zu konsolidieren – eine Methode, die zu jener Zeit hoch in Mode stand.“ Bekanntestes und für die Haflingerzucht prägenstes Beispiel einer solchen Anpaarung ist der als Urvater angesehene 249 Folie (geb. 1874) von El Bedavi XXII !!!

Friedrich Klaus Rigele hat diese entscheidende Situation wie folgt beschrieben:

  • Haflinger 1925Haflinger 1925

(2) „ Zu Beginn der 70-er Jahre (1870 !) versuchte der zuständige Gestütsoffizier Obstlt. Sohnker, erstmalig mit Gidran- und Shagyahengsten in das bergige Sarntal vorzudringen. Diese fanden aber, lt. den Deckregistern der Staatshengststationen Astfeld und Pens, bei den konservativen Sarnern, die eine Noriker Farbzucht - Fuchs mit weißem Langhaar – betrieben, wenig Anklang. Dagegen fanden die Araberhengste im Raum Bozen-Meran weit größeren Zugang. Ob dieses schon mit der Freigabe der „Reversstuten“ (Anmerkung: Vom Staat für milit. Zwecke vorgehaltene Pferde) für die Zucht oder mit der Ausstrahlung des Vintschgauer Zuchtgebietes (Anmerkung: Hier wurde immer schon ein leichterer, orientalisch geprägter Typ bevorzugt) zusammenhängt, kann heute nicht mehr nachgewiesen werden. Diese Bereitschaft zur Pferdezucht scheint Anlass zur Durchmusterung der Meraner Gegend und des Haflingerplateaus gewesen zu sein, die 1875 stattfand. Das Ergebnis war lediglich ein Rapphengst norischer Abstammung, der am 01.08.1875 vom Staat angekauft und in das Hengstdepot Stadl Paura mit dem Namen „ 154 Eisack“ unter der Rassebezeichnung „Haflinger Gebirgspferd“ assentiert wurde. Er wurde aber nicht am Haflingerplateau, sondern im damals norischen Zuchtgebiet Kastelruth eingesetzt. In einer Hengstliste taucht auch die Bezeichnung „Haflinger Kaltblut“ auf. Nach dieser doch sehr aussichtlosen Aktion folgte eine ziemliche Interesselosigkeit, bis Mitte der neunziger Jahre eine neuerliche Durchmusterung in den Bezirken Bozen und Meran nach züchterisch geeigneten Saumpferden vom K & K Militärinspektor für Pferdezucht befohlen wurde. Diese zweite Durchsicht wurde 1897 abgeschlossen und hatte den Erfolg, dass in besagten Haltegebieten 100 züchterisch geeignete Stuten im Saumpferdetyp mit Zustimmung ihrer Besitzer registriert werden konnten. Die Vinschgauer mit ihrer Zucht ergänzten den Erfolg dieser Aktion mit 120 registrierten Stuten meist orientalischer Abstammung. Damit war der Weg für eine registrierte Tragpferdezucht geebnet. Das seit Jahren geeignete Pferdezuchtgebiet im oberen Vinschgau, gestützt auf den staatlichen Pferdehof in Laas, beeinflusste das Zuchtgeschehen in den neu gewonnenen Zuchtinseln. Vor allem wurden die Haltegebiete des Haflingerplateaus, Jenesiens und des Rittens mit der für sie neuen Zuchtrichtung vertraut und durch die Namensgebung „HAFLINGER“ für die Zucht günstig beeinflusst.

  • Haflinger bei der HeuernteHaflinger bei der Heuernte

Mit dem Erlass des K & K Ackerbauministerium vom 02.05.1898 wurde die RASSENBEZEICHNUNG HAFLINGER genehmigt. Die Stutenbasis für die Haflingerzucht war rassenmäßig in den einzelnen Gebieten verschieden. Sie war im oberen Vinschgau extrem arabisch mit den Stämmen El Bedavi, Tajar, Dahibi, Dahoman und Gidran, im Meraner Becken eine Reverspferdeunterlage aus Koniks, Huzulen und Bosniaken (Anmerkung: Diese Abstammungen wurden schnell als ungeeignet degradiert und wieder ausgeschieden). Im Sarntal, Eisack-, Rienz- und Gardertal waren norische Stuten Ausgang für eine Verdrängungskreuzung. Die Farbe spielte (vorerst) mit Ausnahme des Sarntals keine Rolle. Falben waren beliebt. Schimmel sehr selten. Durch den starken Gidran und Dahibi-Einfluß schob sich die Fuchsfarbe kräftig in den Vordergrund. Verstärkt durch die Einkreuzung mit den „Sarnern“ wurde die Fuchsfarbe bald zum Rassesymbol. (Zitat Ende)"

Das erste oben erwähnte Stutenregister von 1897 wurde ab 1904 durch die erste Haflingerzuchtgenossenschaft Mölten fortgeführt, welche ab diesen Zeitpunkt Abstammungspapiere ausstellte. Leider fand die mütterliche Abstammung noch wenig Beachtung, so dass häufig nur die väterliche Abstammung registriert wurde. Die Deckregister und Hengstblätter wurden bis 1919 vom staatlichen Hengstdepot im österreichischen Stadl Paura geführt und archiviert. Über die Verwendungsmöglichkeiten äußerte sich Dr. Paoli wie folgt:
(3) „ Ich habe schon festgestellt, dass der Haflinger in erster Linie ein Gebirgspferd ist. Man muss jedoch hinzufügen, dass die Eigenschaft sich im ebenen Gelände ebenfalls gut zu bewegen, sowie sein zweifelsohne asiatischer Ursprung zumindest teilweise die für schnelle Gänge wenig geeignete Form und Stellung einiger Körperteile und insbesondere der Gliedmaßen wettmachen und den Haflinger sowohl zu einem sehr guten Kutschpferd - insbesondere im Zweigespann - als auch zu einem guten REITPFERD für die Ebene machen. Seit 1896 werden nämlich fast jährlich interessante, so genannte Bauerngalopprennen in Meran abgehalten. (Zitat Ende)

  • HaflingHafling

Festzuhalten bleibt, dass als erster Hengst der 249 Folie-Enkel namens 229 Folie II (geb. 1896) in 1899 die Rassebezeichnung HAFLINGER erhielt. 249 Folie selbst wie auch seine Söhne 14 Folie I (geb. 1887, Mutter einer veredelte Landstute aus dem Vinschgau), 37 Laas (geb. 1896, Mutter von Gidran XXI) und 252/233 Hafling (geb. 1887, ebenfalls aus einer Gidran XXI - Mutter) wurden zeitlebens als orientalisches Halbblut geführt. Das verwundert auch nicht, da ja ursprünglich nicht die Etablierung einer neuen Rasse geplant war, sondern nur die „Erzeugung“ eines bestimmten Pferdeschlages für einen bestimmten Verwendungszweck. Die „Zuchtrichtung“ konsolidierte sich aber relativ schnell. Dazu trugen sicher folgende Faktoren bei:
1. Durch die überaus starke Inzucht auf Folie und dessen Nachkommen, bei strenger Selektion und Ausschluss unerwünschter Inzuchterscheinungen wurde HOCHGRADIG die DOPPLUNG gewünschter Merkmale erreicht.
2. Die allgemeine Selektion auf die gewünschte Typausprägung mit dem geforderten Leistungsprofil, da die Stuten ja zusätzlich im Arbeitseinsatz eingebunden waren ( was heute kaum mehr der Fall ist). Laut ÖR Rigele generierte sich die väterliche Herkunft der auf staatlichen Deckstationen (inkl. der wenigen Hengste, die auch außerhalb des eigentlichen Kerngebiets in Südtirol stationiert waren) für die Haflingerzucht eingesetzten Hengste bis in die 20-ziger Jahre des 20-zigsten Jhd. zu 55 % aus der Folie-Linie, zu 31 % aus arabischer Herkunft (zumeist orientalisches Halbblut) und der Rest aus 3 % Kaltblut (Noriker und 1 Belgier), 3 % engl. Halbblut und anderen ohne Rassebezeichnung. Der Kaltblutanteil auf der Mutterseite war zweifelsohne stärker vertreten, wobei regional unterschiedlich stark – wie oben schon erwähnt! Das Buch „Original Haflinger“ weist folgende Verteilung für das Ursprungszuchtgebiet Südtirol aus:
(4) „ Seine eigentliche Bedeutung als Rassebegründer erlangte 249 Folie jedoch über seine männlichen Nachkommen der verschiedenen Generationen. Zwischen 1891 und 1918 ! absolvierten 3 Söhne, 10 Enkel, 18 Urenkel und 10 Ururenkel im Südtiroler Zuchtgebiet miteinander mindestens 220 Deckperioden, wobei insgesamt an die 6000 Stuten gedeckt wurden. Bei einer angenommenen Abfohlrate von 70 % und einem Geschlechterverhältnis von 1 : 1 wären demnach in knapp 3 Jahrzehnten rund 2000 Haflingerstutfohlen gezüchtet worden. Daneben absolvierten zwischen 1898 und 1918 ! noch 2 Dahoman-, 4 Gidran- sowie 4 Tajarhengste, die ihrerseits alle eine Haflingerstute als Mutter hatten, insgesamt mindestens 52 Deckperioden. (Zitat Ende)“

Der doch relativ starke Einsatz des orientalischen Blutes in der Entstehungsphase lässt sich auch noch an den 7 Linienbegründern nachweisen. Obwohl mangels Erfassung der mütterlichen Abstammungen sich große Lücken im Pedigree befinden, lässt sich über die vorhandene Abstammung für „Anselmo“ noch mindestens ein Blutanteil von 9 % nachweisen, für „Student“ von mindestens 11 %, obwohl sie sich in der 6. Generation nach 249 Folie befinden (trifft auch gleichermaßen auf die anderen Linienbegründer zu). Diese Blutanteile generieren sich einerseits aus der relativ starken Inzucht auf Folie und andererseits auf die teilweise Blutführenden Mütter (soweit bekannt). Da die mütterliche Abstammung häufig im Dunkeln liegt, dürfte der tatsächliche Blutanteil noch wesentlich höher gewesen sein.

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